Phoinix - Φοίνιξ 


Feurig erglühet aufflammender Schein, lodert leckendes Flammen, zehrt Materie, ihr Wesen und Form, zerstreuet in heißen Lüften Körper und Gestalt, und lohend glimmt glühender Schein schwändet Stoffes mächtige Ordnung, frißt Wesen und Welt, stört zerstammelnde Dinge, zündet neu und neu neue Struktur. Grell schwallt es und keimt weiter, schlägt seine Wurzeln und Samen ohn Säumen in fremde Naturen immer, infiziert diese glutigen Raubens, so daß deren Eingeweide, deren Häute und Gestalt wehlings in Jammer verstammeln, versterben.

In schmelzendem Schimmer zerwalzen sich Farben und Formen, malmen sich zu Kot, zu mehligen Haufen; schal schwängern sich Lüfte, verseucht von giftigen Schwaden, stickig und stinkend, schändlich und schwül, aus glühendem Metzeln geboren, aus hitzigen Dünsten grausam gespieen. Auf springt auch brünstiger Staub taumelt gen Himmel, tanzt in sich kühlenden Lüften höher und auf und spritzt seine hitzige Kunde in Lüfte und Wind, welchen Feuers unsteter Leib schnaubend und raubend gierig eratmet, welchen es hascht, in sich saugt und zerrüttend seinen Wirt verseuchet, zernagt, ihm diese einimpft, daß sauer und seifig und schwadig er fällt, ausgenagt, entstellt verascht, seines Gebeins beraubt und entzogen.

Selbst nichtender Schein verjammert sodann, verhungert in bettelnder Sorge, verkümmert ruhlos noch und blaß, zuckt noch bläulich bald, und rot verschimmernd, ächzt nach Futter und Fleisch. Schwach aber nun ist gebunden, gefesselt Stofflichkeit an Stofflichkeit, ungeteilt Zerschießbares an Teilbares nicht zerschossenes gehängt, geschmiedet, daß der Achtzahl Ebenmaß regiert in schwirrend zerdrückten Kreisen:

So ersteht im Zwergenreich erst, erschafft im Kleinsten sich Schichtung und Welt aus stummem Staub, wächst wundersam Wesenheit neu und blüht im Inferno, in Lethe gewaschen, getaucht, des Vorher nicht und niemals eingedenk, dessen nicht ahnend einmal; es vermag jenes Einst nicht zu denken, ohne welches es nicht wäre, das jenes ersterbend gebar in grausamem Rauben, entsetzlich.

Doch "neu wird Altes heute": Benu, du neu geborenes Kind, du aus glutig-blutigem Verlohen gezeugter Wundervogel, dessen schwingen noch stickige Dämpfe milde zerfächeln, der licht und ungebeugt aus Schmach und Leid du erstehest, aus Zerstörung und Bitterkeit und Aas du aber doch hervorgehest, du säuselst in deinem Licht, in deinem Schein, der dir zueigen, der aus dir entbrochen, aus dir entfachet ist, daß klarer Schimmer aufknospe aus entschwindenden Nebeln, daß grüne aus Rot Leben und Kraft, aus Zerfall erwuchere sich in sich bildendem Bilde als Bild vom Bilde gebildetes Gebilde, in Gehalt aus Altem, aus Staub und Hauch, aus Nichtigkeiten gewachsen, gänzlich in jenem Rudiment begriffen, darin genommen, anders in Substanz, in Akzidenzien ungleich dem zuvor.